:: wikimiki.org ::
| Pierre De Fermat |
Pierre de Fermat
Pierre de Fermat [] ( - Ende 1607 oder Anfang 1608 in Beaumont-de-Lomagne; † 12. Januar 1665 in Castres) war ein französischer Mathematiker und Jurist.
Biografie
Als Geburtsdatum galt bis vor kurzem der 17. August 1601, sorgfältige Recherchen (siehe unten: Richtigstellung von Fermats Geburtsdatum) haben jedoch ergeben, dass Fermat Ende 1607 oder Anfang 1608 geboren wurde.
Fermat studierte Rechtswissenschaften an den Universitäten in Toulouse, Bordeaux und Orléans. 1631 wurde er Anwalt und Beamter der Regierung in Toulouse, wo er bis zu seinem Tod lebte. Aufgrund dieser Position wurde er geadelt.
1652 wurde er an das oberste Strafgericht befördert. 1643 bis 1654, als in Europa Bürgerkrieg und Pest wüteten, brach Fermat seine Kontakte nach Paris ab und widmete sich verstärkt der Zahlentheorie. 1653 erkrankte er ebenfalls an der Pest und wurde irrtümlich für tot erklärt.
Fermat studierte von 1623 bis 1626 Zivilrecht an der Universität Orléans und schloß dieses Studium im Juli 1626 mit dem baccalaureus juris civilis ab. Im Herbst desselben Jahres ließ er sich als Anwalt am parlement de Bordeaux nieder, wo er bis Ende 1630 blieb. Er hat weder in Bordeaux noch in Toulouse studiert. Dann kaufte er das Amt eines conseiller du parlement de Toulouse und wurde am 14. Mai 1631 in diesem Amt vereidigt.
In der Zeit von 1643 bis 1653 widmete sich Fermat nicht verstärkt der Zahlentheorie (die Zeit seiner großen zahlentheoretischen Entdeckungen lag da bereits hinter ihm). Vielmehr wurde er durch die mannigfachen Verpflichtungen aus seinem Amt als conseiller so sehr in Anspruch genommen, daß ihm praktisch keine Zeit für seine mathematischen Forschungen blieb. Bauernaufstände im Languedoc wegen brutaler Steuereintreibungen, deren ungesetzliche und unmenschliche Praktiken von Fermat aufgedeckt wurden, und die in Südfrankreich besonders heftigen kriegerischen Auseinandersetzungen mit der Fronde, die auch Fermats Geburtsstadt Beaumont-de-Lomagne in Mitleidenschaft zogen, hielten das für den größten Teil Südfrankreichs politisch verantwortliche Parlament von Toulouse und auch Fermat in Atem. So gehörte Fermat zum Beispiel zu der Verhandlungskommission des königstreuen Parlaments von Toulouse, die mit den Generalständen des Languedoc, die sich auf die Seite der Fronde geschlagen hatten, langwierige Verhandlungen zur Wiederherstellung des Rechtsfriedens führte. Auch verhinderte Fermat durch mutigen persönlichen Einsatz die Zerstörung seiner Heimatstadt Beaumont durch königliche Truppen.
Beiträge zur Mathematik
Fermat war einer der bedeutendsten „Amateure“ in der Geschichte der Mathematik, freilich zu einer Zeit, als sich noch kaum ein Forscher ausschließlich mit Mathematik beschäftigte. So beschränkte sich Fermats Einfluss auf seine Korrespondenz mit vielen bedeutenden Gelehrten seiner Zeit (wie z. B. Carcavi, Beaugrand, Descartes und Mersenne) und auf die von seinem Sohn vorgenommene Ausgabe seines Nachlasses, einschließlich der von ihm kommentierten Arithmetik des Diophant (siehe unten). Er hat wichtige Beiträge zur Zahlentheorie, Wahrscheinlichkeitsrechnung, Variations- und Differentialrechnung geleistet. Dabei hat er seine Resultate oft nur in Form von „Denksportaufgaben“ – von Problemen ohne Angabe der Lösung – mitgeteilt.
Nach Fermat sind unter anderem benannt:
- Das Fermatsche Prinzip ist ein Variationsprinzip der Optik: „Licht nimmt seinen Weg immer so, dass es ihn in der kürzesten Zeit zurücklegt.“ Hieraus leitet sich das Reflexionsgesetz und das Snelliussche Brechungsgesetz ab.
- Als Fermatsche Zahlen werden Zahlen der Form bezeichnet. Fermat vermutete 1637, dass alle Fermat-Zahlen Primzahlen sind. Dies wurde jedoch 1732 von Euler widerlegt.
- Der Fermatsche Zwei-Quadrate-Satz lautet: Eine ungerade Primzahl ist genau dann die Summe zweier Quadrate, wenn sie eine Zahl der Form ist, und diese Darstellung ist (bis auf die Reihenfolge) eindeutig. Der erste Beweis dieses Satzes geht auf Euler zurück. Die beiden kleinsten Primzahlen mit dieser Eigenschaft sind und .
- Kleiner fermatscher Satz: Für jede Primzahl p gilt: für alle . Auf diesem Satz beruht der Fermatsche Primzahltest. Auch in diesem Fall findet sich der erste erhaltene Beweis bei Euler.
- Fermatsche Vermutung oder Großer fermatscher Satz (als wörtliche Übersetzung der englischen Bezeichnung oft auch als Fermats letzter Satz bezeichnet): Diese berühmteste auf Fermat zurückgehende Behauptung besagt, dass die diophantische Gleichung mit für keine natürliche Zahl erfüllt ist. Es gibt also keine Analoga zu den pythagoräischen Tripel für die dritte oder höhere Potenzen. Seine Berühmtheit erlangte dieser Satz dadurch, dass Fermat in einer Randnotiz seines Exemplars der Arithmetica des Diophant behauptete, dafür einen „wunderbaren“ Beweis gefunden zu haben, für den aber „auf dem Rand nicht genug Platz“ sei. Der Fall wurde von Fermat an anderer Stelle bewiesen, weitere Fälle später von anderen Mathematikern. In seiner Allgemeinheit blieb die Aussage bis vor kurzem eines der berühmtesten ungelösten Probleme der Mathematik. Erst 1993 (publiziert 1995 mit einem Beitrag von Richard Taylor) gelang es dem britischen Mathematiker Andrew Wiles, die Fermatsche Vermutung zu beweisen. Daher wird diese auch als Satz von Fermat–Wiles oder Satz von Wiles–Taylor bezeichnet.
Zur Richtigstellung von Fermats Geburtsdatum
Pierre de Fermat wurde nicht am 17. August 1601 und überhaupt nicht im Jahre 1601 geboren. Bei dem am 20. August 1601 in Beaumont de Lomagne getauften „Pierre Fermat“ handelt es sich nicht um den berühmten Mathematiker, sondern um einen früh verstorbenen Halbbruder gleichen Namens aus der ersten Ehe seines Vaters Dominique Fermat mit Francoise Cazeneuve, die im Jahre 1603 verstarb. Der Mathematiker Pierre Fermat wurde im letzten Vierteljahr des Jahres 1607 oder in den ersten zwölf Tagen des Januars 1608 geboren. Seine Mutter ist Claire de Long, die sein Vater 1604 heiratete. Die Taufregister der Jahre 1607 bis 1611 fehlen, so dass sich das genaue Taufdatum nicht feststellen lässt. Das angegebene Intervall lässt sich aus Angaben des Epitaphs auf seinem Grab sowie aus der Tatsache errechnen, dass Claire de Long am 30. Oktober 1606 eine Geburt hatte.
Quelle: Klaus Barner, Das Leben Fermats, Mitteilungen der Deutschen Mathematiker-Vereinigung, Heft 3, 2001, Berlin
Klaus Barner, How old did Fermat become? N.T.M. 9 (2001) 209-228
Siehe auch
- Fermat-Punkt
- Faktorisierungsmethode von Fermat
Literatur
- Simon Singh: Fermats letzter Satz dtv-Verlag, ISBN 3-423-33052-X
Weblinks
-
- http://www-gap.dcs.st-and.ac.uk/~history/Mathematicians/Fermat.html
- http://scienceworld.wolfram.com/biography/Fermat.html
- http://www.mathematik.de/mde/information/forschungsprojekte/kramerfermat/kramerfermat.html
- http://www.fermatsearch.org/
Fermat, Pierre de
Fermat, Pierre de
Fermat, Pierre de
Fermat, Pierre de
Fermat, Pierre de
ja:ピエール・ド・フェルマー
ko:피에르 드 페르마
1608
Politik und Weltgeschehen
- Schwedische Truppen erobern Moskau
- Hans Lipperhey erfindet das erste Teleskop
- Kapitän John Smith, der den meisten aus der Pocahontas-Legende bekannt ist, erkundet die Chesapeake Bay als erster Weißer
- Der Habsburger Matthias wird König von Ungarn
- Der Franzose Samuel de Champlain gründet die Kolonie Neufrankreich und deren Hauptstadt Québec
Kultur
- 28. Mai: Uraufführung der Oper Arianna von Claudio Monteverdi in Mantua
- 28. Januar: Giovanni Alfonso Borelli, italienischer Physiker und Astronom († 1679)
- 5. Februar: Caspar Schott, deutscher Wissenschaftler († 1666)
- 25. April: Jean-Baptiste Gaston, Herzog von Orléans, ab 1626 Herzog von Orléans († 1660)
- 13. Juli: Ferdinand III. von Habsburg, deutscher Kaiser († 1657)
- 15. Oktober: Evangelista Torricelli, italienischer Physiker und Mathematiker († 1647)
- 9. Dezember: John Milton, englischer Dichter († 1674)
- 6. Juni: Bernardo Buontalenti, italienischer Maler, Architekt und Theatermaschinist ( - 1536)
- 19. Juni: Johannes Pistorius der Jüngere (Niddanus), Arzt, Historiker, Theologe und Politker ( - 1546)
- 18. Juli: Joachim Friedrich, von 1598 bis 1608 Kurfürst von Brandenburg ( - 1546)
- 28. September: Henri de Joyeuse, französischer Kapuzinermönch und Heerführer in den Religionskriegen, Marschall von Frankreich ( - 1563)
- 19. Oktober: Martin Anton Delrio, Jesuit und Hexentheoretiker ( - 1551)
- 26. Oktober: Philipp Nicolai, lutherischer Hofprediger und Pfarrer in Alt Wildungen, Unna, Hamburg, Herdecke und Liederdichter ( - 1556)
ko:1608년
12. JanuarDer 12. Januar (in Österreich: 12. Jänner) ist der 12. Tag des Gregorianischen Kalenders - somit verbleiben noch 353 (in Schaltjahren 354) Tage bis zum Jahresende.
Ereignisse
- 1780 - erste Ausgabe der Zürcher Zeitung
- 1816 - Generalamnestie für Teilnehmer an der Französischen Revolution.
- 1919 - In Deutschland wird der Spartakusaufstand wird von Friedrich Ebert mit Hilfe der OHL, unter der Führung von Gustav Noske (MSPD), niedergeschlagen.
- 1922 - Frankreich. Regierungschef Aristide Briand tritt zurück.
- 1957 - Australien eröffnet seine südlichste Polarstation, die Davis-Station.
- 1970 - Mit der Kapitulation Biafras endet der Bürgerkrieg in Nigeria.
- 1976 - Der Rückzug der letzten spanischen Truppen aus der ehemaligen Provinz Spanisch-Sahara beendet die spanische Kolonialherrschaft.
- 1990 - Oskar Ribas Reig wird Regierungschef Andorras.
- 1991 - Präsident Arnold Rüütel, Estland, und Präsident Boris Jelzin, Russland, unterzeichnen in Moskau einen Grundlagenvertrag zwischen den beiden Ländern.
- 1992 - Wiederwahl von Schelju Schelew zum Staatspräsidenten vonBulgarien.
- 1993 - Erich Honecker setzt sich nach Chile zu seiner Familie ab.
- 1995 - Schan Widenow wird Regierungschef Bulgariens.
- 2002 - Pakistan. In einer Grundsatzrede verurteilt der pakistanische Präsident Pervez Musharraf Terror, Intoleranz und extremistische Gewalt.
Kultur
- 1692 - Uraufführung der Oper Eraclea ovvero Il ratto delle Sabbine von Giovanni Bononcini im Tordinona in Rom.
- 1844 - Uraufführung der Oper Caterina Cornaro von Gaetano Donizetti am Teatro di S. Carlo, in Neapel.
Katastrophen
- 1945 - Erdbeben der Stärke 7,1 in Mikawa, Japan mit etwa 1.900 Toten.
Sport
- Einträge im Bereich Formel 1 siehe Formel 1.
- Einträge von Leichtathletik-Weltrekorden s. u. der jeweiligen Disziplin unter Leichtathletik.
Geboren
- 1562 - Carlo Emanuele I., Sohn von Emanuele Filiberto von Savoyen
- 1579 - Johan Baptista van Helmont, Universalwissenschafter, Arzt, Naturforscher und Chemiker
- 1628 - Charles Perrault, französischer Schriftsteller
- 1638 - Ernst Rüdiger von Starhemberg, Verteidiger Wiens bei der Zweiten Türkenbelagerung
- 1716 - Antonio de Ulloa, spanischer Gelehrter und Admiral
- 1721 - Ferdinand von Braunschweig, preußischer Generalfeldmarschall
- 1722 - Nicolas Luckner, deutscher General, Marschall von Frankreich
- 1729 - Edmund Burke, britischer Staatsphilosoph und Politiker
- 1746 - Johann Heinrich Pestalozzi, Schweizer Pädagoge
- 1751 - Ferdinand IV., König beider Sizilien und König von Neapel
- 1751 - Jakob Michael Reinhold Lenz, deutscher Schriftsteller des Sturm und Drang
- 1760 - Friederike Bethmann-Unzelmann, deutsche Schauspielerin und Sängerin
- 1783 - Erik Gustaf Geijer, schwedischer Schriftsteller
- 1788 - José Manuel Inácio da Cunha Faro Menezes Portugal da Gama Carneiro e Sousa, portugiesischer Militär und Politiker
- 1792 - Johan August Arfwedson, schwedischer Chemiker
- 1803 - Christian Pløyen, Gouverneur der Färöer
- 1808 - Wilhelm Philipp Schimper, elsässischer Botaniker und Paläobotaniker
- 1810 - Ferdinand II., König Neapels und beider Sizilien
- 1812 - Edouard Séguin, französischer Arzt und Pädagoge
- 1822 - Étienne Lenoir, französischer Erfinder und Geschäftsmann
- 1833 - Eugen Dühring, deutscher Nationalökonom, Sozialist und Philosoph
- 1837 - Adolf Jensen, deutscher Komponist
- 1837 - Fritz Kalle, Fabrikant, Rentier und Sozialpolitiker
- 1842 - Teobert Maler, Fotograf, Entdecker und Erforscher von Maya-Ruinen
- 1845 - Harriet Backer, norwegische Malerin
- 1852 - Joseph Joffre, französischer General, Mitglied der Académie française, Marschall von Frankreich
- 1853 - Gregorio Ricci-Curbastro, italienischer Mathematiker
- 1856 - John Singer Sargent, US-amerikanischer Maler
- 1863 - Swami Vivekananda, hinduistischer Mönch und Gelehrter
- 1863 - Vivekananda, hinduistischer Mönch und Gelehrter, Schüler von Ramakrishna Paramhansa
- 1867 - Alfred Forke, deutscher Sinologe
- 1873 - Spyridon Louis, griechischer Marathonläufer
- 1876 - Ermanno Wolf-Ferrari, deutsch-italienischer Komponist
- 1876 - Jack London, US-amerikanischer Schriftsteller
- 1878 - Ferenc Molnár, ungarischer Schriftsteller und Journalist
- 1879 - Paul Guthnick, deutscher Astronom
- 1883 - Gustav Otto, deutscher Flugzeugbauer
- 1884 - Bernhard Fischer-Schweder, Polizeichef von Tilsit, Massenmörder
- 1888 - Claude Delvincourt, französischer Komponist
- 1889 - Alma Karlin, österreichische-ungarische Schrfitstellerin und Malerin, gest. 1950
- 1893 - Alfred Rosenberg, nationalsozialistischer Politiker und Kriegsverbrecher
- 1893 - Hermann Göring, deutscher Politiker in der Zeit des Nationalsozialismus
- 1893 - Michail Iossifowitsch Gurewitsch, sowjetischer Flugzeugkonstrukteur
- 1896 - David Wechsler, US-amerikanischer
- 1899 - Paul Hermann Müller, Schweizer Chemiker und Nobelpreisträger
- 1900 - Vaino Hannikainen, finnischer Komponist
- 1901 - Kurt Jooss, deutscher Tänzer, Choreograf und Tanzpädagoge
- 1903 - Igor Wassiljewitsch Kurtschatow, sowjetischer Physiker
- 1906 - Emmanuel Lévinas, französischer Philosoph
- 1907 - Sergei Pawlowitsch Koroljow, sowjetischer Raketenkonstrukteur
- 1907 - Tex Ritter, US-amerikanischer Musiker und Schauspieler
- 1908 - Jean Delannoy, französischer Filmregisseur
- 1909 - Archie Cochrane, britischer Epidemiologe
- 1910 - José Salazar López, Erzbischof von Guadalajara und Kardinal
- 1910 - Luise Rainer, deutsche Schauspielerin
- 1913 - Willi Birkelbach, deutscher Politiker und MdB
- 1916 - Pieter Willem Botha, war der Premierminister und Staatspräsident Südafrikas
- 1919 - Hans Richter, deutscher Schauspieler
- 1924 - Olivier Gendebien, belgischer Rennfahrer und viermaliger Le-Mans-Gewinner
- 1925 - Jutta Pallos-Schönauer, rumänisch-deutsche Malerin und Graphikerin
- 1926 - Morton Feldman, US-amerikanischer Komponist
- 1926 - Ray Price, US-amerikanischer Country-Sänger
- 1927 - Ignatz Bubis, eh. Vorsitzender des Zentralrates der Juden in Deutschland
- 1927 - Leopold Ahlsen, deutscher Schriftsteller
- 1928 - Peter Lerche, deutscher Rechtswissenschaftler
- 1930 - Glenn Yarbrough, US-amerikanischer Sänger der Gruppe Limeliters
- 1935 - Horst Luthin, Vorsitzender Richter am Oberlandesgericht Hamm
- 1936 - Charlie Gracie, US-amerikanischer Sänger
- 1936 - Igor Kurtschatow, sowjetischer Kernphysiker
- 1940 - Matthias Habich, deutscher Schauspieler
- 1941 - Long John Baldry, britischer Sänger
- 1942 - Danny Williams, südafrikanischer Musiker
- 1943 - Brun-Otto Bryde, Richter am Bundesverfassungsgericht
- 1944 - Hans Henning Atrott, Gründer und erster Präsident der Deutschen Gesellschaft für Humanes Sterben
- 1944 - Joe Frazier, US-amerikanischer Boxer
- 1944 - Klaus Wedemeier, Bürgermeister von Bremen
- 1944 - Vlastimil Hort, tschechisch-deutscher Schachgroßmeister
- 1945 - Maggie Bell, britische Sängerin
- 1946 - George Duke, US-amerikanischer Pianist, Arrangeur und Produzent
- 1946 - Ryszard Szurkowski, polnischer Radrennfahrer
- 1947 - Michael Blakey, britischer Schlagzeuger
- 1949 - Abraham Tilmon, US-amerikanischer Musiker
- 1949 - Ottmar Hitzfeld, deutscher Fußballer und Trainer
- 1951 - Rush Limbaugh, US-amerikanischer Radio-Moderator
- 1952 - Florian Havemann, deutscher Schriftsteller, Maler und Komponist
- 1952 - Ricky Van Shelton, US-amerikanischer Country-Musiker
- 1954 - Mojo Mendiola,
- 1957 - António Vitorino, EU-Kommissar aus Portugal
- 1957 - John Lasseter, US-amerikanischer Trickfilm-Regisseur
- 1958 - Matthias Döschner, deutscher Fußballer
- 1959 - Blixa Bargeld, deutscher Musiker, Performance-Künstler, Komponist, Autor und Schauspieler
- 1959 - Per Gessle, schwedischer Musiker (Roxette)
- 1959 - Ralf Moeller, deutscher Schauspieler
- 1959 - Weronika Tscherkassowa, weißrussische Journalistin
- 1962 - Emanuele Pirro, Autorennfahrer
- 1962 - Gunde Svan, schwedischer Skilangläufer
- 1965 - Marina Kiehl, deutsche Skirennläuferin
- 1965 - Maybrit Illner, deutsche Journalistin, Moderatorin und Autorin
- 1966 - Rob Zombie, US-amerikanischer Sänger
- 1967 - Michael Theurer, deutscher Politiker und MdL Baden-Württemberg
- 1967 - Takehiko Inoue, japanischer Manga-Zeichner
- 1968 - Heather Mills, britisches Model
- 1969 - Eduardo Hurtado, ecuadorianischer Fußballspieler
- 1969 - Holger Zastrow, Landesvorsitzender und Fraktionsvorsitzender der FDP im Sächsischen Landtag
- 1969 - Robert Prosinečki, kroatischer Fußballspieler
- 1970 - Zack De La Rocha, US-amerikanischer Sänger
- 1971 - David McAllister, deutscher Politiker
- 1974 - Melanie Chisholm, britische Sängerin
- 1974 - Tor Arne Hetland, norwegischer Skilangläufer
- 1975 - Alexander Bonde, deutscher Politiker
- 1990 - Sergej Karjakin, ukrainischer Schach-Großmeister
Gestorben
- 1151 - Suger von Saint-Denis, französischer Abt und Staatsmann
- 1519 - Maximilian I., Kaiser des Heiligen Römischen Reiches
- 1557 - Eberhard Billick, Gegenreformator und Weihbischof in Köln
- 1578 - Katharina von Spanien, Erzherzogin von Österreich und Prinzessin von Spanien
- 1665 - Pierre de Fermat, französischer Jurist und Mathematiker
- 1674 - Giacomo Carissimi, italienischer Komponist
- 1735 - John Eccles, englischer Komponist
- 1819 - André Morellet, französischer Ökonom und Schriftsteller
- 1833 - Marie-Antoine Carême, französischer Koch
- 1839 - Joseph Anton Koch, österreichischer Maler
- 1858 - Joachim Haspinger, Pfarrer und Tiroler Patriot
- 1867 - Georg Merz, deutscher Optiker und Astronom
- 1875 - Tongzhi, Chinesischer Kaiser (Qing-Dynastie)
- 1877 - Wilhelm Hofmeister, deutscher Botaniker und Professor
- 1880 - Ida von Hahn-Hahn, deutsche Schriftstellerin und Lyrikerin
- 1891 - Georges-Eugène Baron Haussmann, französischer Stadtplaner
- 1909 - Hermann Minkowski, detuscher Mathematiker und Physiker
- 1911 - Franz Eugen Schlachter, Evangelist, Altphilologe und der Übersetzer der Schlachter-Bibel
- 1918 - Ottmar von Angerer, deutscher Mediziner
- 1938 - Gösta Ekman, schwedischer Schauspieler
- 1941 - Edu Snethlage, niederländischer Fußballspieler
- 1942 - Wladimir Michailowitsch Petljakow, sowjetischer Flugzeugkonstrukteur
- 1943 - Else Ury, deutsche Schriftstellerin und Kinderbuchautorin
- 1945 - Arthur Hoffmann, deutscher Widerstandskämpfer im Zweiten Weltkrieg
- 1947 - Karl August Nerger, Fregattenkapitän und Träger des Ordens Pour-le-Mérite
- 1957 - Ken Wharton, englischer Formel 1-Rennfahrer
- 1960 - Nevil Shute, englischer Schriftsteller
- 1962 - Willy Odenthal, deutscher SPD-Politiker
- 1974 - Heinrich Schneider, deutscher Politiker
- 1976 - Agatha Christie, britische Schriftstellerin
- 1977 - Henri-Georges Clouzot, französischer Regisseur
- 1983 - Gerhard Barkhorn, deutscher Jagdflieger im Zweiten Weltkrieg
- 1983 - Nikolai Wiktorowitsch Podgorny, Staatsoberhaupt der Sowjetunion
- 1986 - Ludwig Biermann, deutscher Physiker
- 1988 - Piero Taruffi, Auto- und Motorradrennfahrer
- 1989 - Willy Schneider, deutscher Volkssänger
- 1991 - André Kaminski, Schweizer Schriftsteller
- 1993 - Richard Mortensen, dänischer Maler
- 1996 - Bartel Leendert van der Waerden, niederländischer Mathematiker
- 2001 - Adhemar Ferreira da Silva, brasilianischer Leichtathlet
- 2001 - Luíz Bonfá, brasilianischer Gitarrist und Komponist
- 2001 - William Hewlett, US-amerikanischer Gründer von Hewlett-Packard
- 2002 - Cyrus Vance, US-amerikanischer Politiker Außenminister 1977-1980
- 2003 - Kinji Fukasaku, japanischer Regisseur
- 2003 - Leopoldo Galtieri, argentinischer General und de facto Präsident Argentiniens
- 2003 - Maurice Gibb, US-amerikanischer Musiker (Bee Gees)
- 2004 - Kira von Preußen, deutsche Adlige
- 2004 - Paul Irving Abell, US-amerikanischer Chemiker und Paläontologe
- 2005 - Amrish Puri, indischer Filmschauspieler
- 2005 - Manfred Fuhrmann, deutscher Altphilologe
Feier- und Gedenktage
- Namenstage: Ernst, Hilda, Hilde, Tatjana, Reinhold
Siehe auch
:11. Januar - 13. Januar
:12. Dezember - 12. Februar
:Historische Jahrestage - Zeitskala
:Wikipedia:Glaskugel - Wikipedia:Formatvorlage Tag
0112
ja:1月12日
ko:1월 12일
simple:January 12
th:12 มกราคม
Frankreich
Frankreich (franz.: La France) ist ein demokratischer, noch immer stark zentralistischer Einheitsstaat im Westen Europas. Es grenzt an Belgien, Luxemburg, Deutschland, die Schweiz, Italien, Monaco, Spanien, Andorra, an den Atlantik mit dem Ärmelkanal und an das Mittelmeer. Neben dem Territorium in Europa gehören zu Frankreich Überseegebiete in der Karibik (u. a. Saint-Martin, das eine Landgrenze mit dem niederländischen Sint Marteen aufweist), Südamerika (Französisch-Guayana, das Landgrenzen zu Brasilien und Surinam hat), vor der Küste Nordamerikas, im Indischen Ozean und in Ozeanien.
Geographie
Hauptartikel: Geographie Frankreichs
Insgesamt hat das „französische Mutterland” in Europa eine Fläche von 543.965 km². Frankreichs Landschaftsbild prägen überwiegend Ebenen oder sanfte Hügel im Norden und Westen. Der Rest ist gebirgig, Hauptgebirge sind die Pyrenäen im Südwesten, das Zentralmassiv und die Alpen im Südosten. Der höchste Berg Frankreichs und höchster Berg Europas ist der Mont Blanc (4.808 Meter). Aufgrund seiner Form wird Frankreich auch als l'Hexagone (Sechseck) bezeichnet.
Mit Abstand wichtigste und größte Stadt in Frankreich ist die Hauptstadt Paris mit rund 12 Millionen Einwohnern im Großraum Paris (Region Île-de-France). Die Großräume um Marseille, Lille und Lyon haben ebenfalls mehr als eine Million Einwohner.
Siehe auch: Städte in Frankreich, Nationalparks in Frankreich
Geschichte
Nationalparks in Frankreich
Hauptartikel: Geschichte Frankreichs
Durch die Französische Revolution 1789 wurde die mehr als 1.200 Jahre währende Monarchie gestürzt. So begann eine Periode des Umbruchs, in der wechselnd republikanische, napoleonisch-imperiale und monarchistische Staatsformen herrschten. Seit der Niederlage Napoleons III. 1870 ist Frankreich endgültig Republik.
Im Ersten und Zweiten Weltkrieg war Frankreich einer der Hauptgegner Deutschlands. Nach dem Zweiten Weltkrieg verlor Frankreich seine größten Kolonien, Vietnam und Algerien, nach kriegerischen Auseinandersetzungen. Seit 1958 (Fünfte Republik) hat der Präsident umfassende Exekutivgewalt. Beim europäischen Einigungsprozess spielt Frankreich heute gemeinsam mit Deutschland eine tragende Rolle.
Politik
Politisches System
Frankreich ist eine zentralistisch organisierte Demokratie mit einem semi-präsidentiellen Regierungssystem. In der Verfassung der V. Republik nimmt der direkt durchs Volk gewählte Staatspräsident eine starke Stellung ein. Er ernennt den Premierminister und das Kabinett, hat gegenüber Gesetzbeschlüssen des Parlaments ein Veto-Recht und kann die Nationalversammlung auflösen. Das Parlament besteht aus zwei Kammern, der Nationalversammlung (Assemblée Nationale) mit 577 vom Volk gewählten Abgeordneten und dem indirekt gewählten Senat mit 331 Mitgliedern.
Siehe auch:
Politisches System Frankreichs, französische Regierung, Francophonie, französische Präsidenten, französische Premierminister, Cohabitation, Finanzministerium
Aktuelle politische Lage
Finanzministerium
Momentan stellt die Partei UMP unter Führung des früheren Wirtschaftsministers und aktuellen Innenministers Nicolas Sarkozy mit 363 Sitzen die absolute Mehrheit in der Nationalversammlung.
Am 29. Mai 2005 wurde die neue EU-Verfassung mit 54,87% Gegenstimmen von der Bevölkerung abgelehnt. Darauf trat die Regierung des seit 2002 amtierenden Premierministers Jean-Pierre Raffarin zurück. Als neuer Premierminister wurde Dominique de Villepin eingesetzt.
Seit dem 27. Oktober 2005 wird Frankreich von einer Welle gewalttätiger Ausschreitungen heimgesucht. Angefangen in der Pariser Banlieue, griffen die Unruhen inzwischen auf viele, über das gesamte Land verteilte, Großstädte wie Lille, Rouen, Nizza oder Marseille über. Auslöser war der Tod zweier Jugendlicher im Pariser Vorort Clichy-sous-Bois, welche sich vor der Polizei in einem Starkstromhaus verstecken wollten.
Die Regierung hat zwischenzeitlich den Notstand ausgerufen und es somit den Präfekten der Départements ermöglicht, in besonders stark betroffenen Gebieten Ausgangssperren zu verhängen.
Bisher haben die Ausschreitungen einem Menschen das Leben gekostet und viele Schwerverletzte hervorgebracht.
Außen- und Sicherheitspolitik
Frankreich war 1949 Gründungsmitglied des Nordatlantikvertrages (NATO) und erhielt militärischen Schutz durch die USA. Mit der Machtübernahme von de Gaulle 1958 änderten sich die Beziehungen zu den USA und zu der von den USA dominierten NATO. Unter de Gaulles Führung entwickelte sich Frankreich 1960 zu einer Atommacht und verfügte ab 1965 mit der Force de Frappe über Atomstreitkräfte, die zunächst 50 mit Atombomben (Kernwaffen) ausgestattete Flugzeuge in Dienst stellte. 1968 hatte Frankreich bereits 18 Abschussrampen für Mittelstreckenraketen aufgestellt, die 1970 und 1971 mit Atomsprengköpfen ausgestattet wurden. 1968 verlässt Frankreich den militärischen Teil der NATO, bleibt aber im politischen Teil des Bündnisses integriert. In den 1970er Jahren erweiterte Frankreich ihre Atommacht auch auf See. Vier Atom-U-Boote verfügten über jeweils 16 atomar bestückten Mittelstreckenraketen.
In der aktuellen Außenpolitik bemüht sich Frankreich um ein gutes Verhältnis zu seinem Nachbarn Deutschland (siehe auch „Kerneuropa“) und steht mit diesem gemeinsam der Vormachtstellung der USA mit einer gewissen Skepsis gegenüber.
Dies führte zu einem Austritt Frankreichs aus der militärischen Organisation der NATO und vielen Eigeninitiativen Frankreichs in weltpolitischen Entscheidungen.
Hinzu kommt ein Engagement auch nach Ende der Kolonialherrschaften in Afrika, wo Frankreich bis heute in vielen Ländern die bestimmende Ordnungsmacht geblieben ist.
Frankreich ist zudem ständiges Mitglied im UNO-Sicherheitsrat mit Vetorecht.
Die Todesstrafe wurde in Frankreich 1981 abgeschafft.
Siehe auch: Fremdenlegion, Gendarmerie Nationale
Administrative Gliederung
Frankreich ist in 26 Regionen aufgeteilt, welche sich ihrerseits in 100 Départements untergliedern. Zweiundzwanzig dieser Regionen befinden sich im europäischen Kernland (France métropolitaine), darunter auch die Mittelmeerinsel Korsika, welche allerdings als collectivité territoriale einen Sonderstatus hat. Die übrigen vier Regionen bestehen aus jeweils nur einem Département und werden daher Départements et régions d'outre-mer (D.R.O.M.) genannt (bis zur Verfassungsänderung 2003 Départements d'outre-mer, Abk. D.O.M.). Im Deutschen spricht man von Überseedépartements. Im Einzelnen handelt es sich dabei um Guadeloupe (971), Martinique (972), Französisch-Guayana (973) und La Réunion (974).
Abgesehen davon gibt es
- die Départementskörperschaft (Collectivité départementale, Abk. C.D.) Mayotte (976)
- die Gebietskörperschaft (Collectivité territoriale, Abk. C.T.) Saint-Pierre und Miquelon (SPM)
- die vier Überseeterritorien (Territoires d'outre-mer, Abk. T.O.M.) Französisch Polynesien (P), Neukaledonien (NC), Wallis und Futuna (WF) und die Französischen Süd- und Antarktisgebiete (Terres australes et antarctiques françaises, T.A.A.F.)
- die Îles éparses und die Insel Clipperton
Die D.R.O.M. sind wie das französische Kernland Teil der EU, für die T.O.M. gilt das nicht. Auch in Frankreich erlassene Gesetze gelten in den TOM nur, wenn dies ausdrücklich erwähnt ist.
Siehe auch: Liste der französischen Regionen, Liste der französischen Départements (nach Regionen geordnet)
Demographie
Zum 1. Januar 2004 wurde die Bevölkerung, einschließlich der Menschen in den Überseegebieten, auf 61,9 Millionen geschätzt. Nach Deutschland nimmt Frankreich in der EU den zweiten Platz bei der Bevölkerungszahl ein. Innerhalb der EU hat Frankreich einen Bevölkerungsanteil von 13 %.
Im Jahre 2003 kamen auf 792.600 Geburten 560.300 Sterbefälle, das entspricht einem Überschuss von 232.300 Personen. 2004 betrug die Geburtenrate 1,9.
Am Stichtag 1. Januar 2004 waren 16,2 % der Bevölkerung älter als 65 Jahre, gegenüber 14,6 % im Jahre 1994. Im selben Zeitraum ist der Anteil der unter 20-Jährigen von 26,7 % auf 25,3 % gesunken.
2003 wurden 280.300 Ehen geschlossen, das sind 6.000 (-2,1 %) weniger als 2002, wobei das Durchschnittsalter bei den Männern 30,4 Jahre und bei den Frauen 28,3 Jahre betrug.
Die Kindersterblichkeit beträgt zur Zeit 4,28 ‰.
Der durchschnittliche männliche französische Staatsbürger hat eine Lebenserwartung von 76,7 Jahren, während die Frauen auf 83,8 Jahre kommen.
Ethnische Gruppen
- Franzosen
- Bretonen
- Basken
- Italiener (einschließlich Korsen)
- Elsässer/Alemannen, Rheinfranken/Franken
- Flamen (Niederfranken)
- 4,5 Millionen Araber
- Katalanen
- Flamen
- Polen
- andere Ausländer
Neben der (einzigen) Amtssprache Französisch gibt es zahlreiche Minderheitssprachen, über deren Sprecherzahlen aber keine auch nur halbwegs gesicherten Daten vorliegen:
- Bretonisch,
- Deutsch in den Dialekten
- Elsässisch (Elsass)
- Rheinfränkisch bzw. Lothringisch (nördliches und östliches Lothringen),
- Niederfränkisch bzw. Flämisch (Flandern, an der Grenze zu Belgien),
- Baskisch (in den zentralen und östlichen Pyrenäen),
- Katalanisch (im Roussillon),
- Korsisch,
- Italienisch (an der französischen Riviera),
- Okzitanisch (in Südfrankreich) mit dem Dialekt
- Provenzalisch (nur noch wenige Sprecher)
- Polnisch
Daneben existieren in Nordfrankreich mehrere enger mit dem Französischen verwandte romanische Oïl-Sprachen, die teilweise als französische Dialekte angesehen werden: Picard, Normannisch, Gallo, Poitevin-Saintongeais, Champanois und Morvandiau.
Religionen
Frankreich ist offiziell ein laizistischer Staat, das heißt, Staat und Religionsgemeinschaften sind vollkommen voneinander getrennt. Da von staatlicher Seite keine Daten über die Religionszugehörigkeit der Einwohner erhoben werden, beruhen alle Angaben über die konfessionelle Zusammensetzung der Bevölkerung auf Schätzungen oder den Angaben der Religionsgemeinschaften selbst und weichen deshalb oft erheblich voneinander ab, weshalb auch die folgenden Zahlen mit Vorsicht zu behandeln sind.
85 % der Franzosen sind katholisch (also etwa 51 Mio.) und etwa 8 % Muslime (etwa 4,8 Mio.). Daneben gibt es protestantische und jüdische Minderheiten, die zusammen etwa 3 % ausmachen. 4 % gehören keiner Religion an, Tendenz davon steigend. Das sind jedoch Schätzungen.
Bildungswesen
Wie in fast allen europäischen Staaten (Ausnahme: z. B. Deutschland) herrscht eine Bildungspflicht, die im Ggs. zur Schulpflicht auch durch Hausunterricht (Homeschooling) oder durch selbstständiges Lernen abgegolten werden kann. Die Zahl der unbeschulten Kinder und Jugendlichen wird gegenwärtig auf etwa 10.000 geschätzt.
Der Staat bietet folgende Schulformen an:
Lernen
- Vorschule: Maternelle
- Grundschule: école élémentaire
- weiterführende Schulen: collège (das mit dem brevet abgeschlossen wird), gefolgt von
- lycée
- lycée professionnel
- oder CFA für Auszubildende in Betrieben
- Hochschulreife:
- baccalauréat nach insgesamt 12 Schuljahren; nach elf Schuljahren wird je nach Schulzweig (naturwissenschaftlich, wirtschaftlich oder literarisch) schon ein Teil der Prüfungen bewältigt
- baccalauréat professionnel nach 13 Schuljahren für Abgänger des lycée professionnel oder des CFA
- Studium (1. und 2. Jahr):
- Normalweg: DEUG
- Eliteweg: classe préparatoire (zur Vorbereitung auf Grande école)
- Studium (3. und 4. Jahr):
- Normalweg: licence und maîtrise oder école d'ingenieur oder école de commerce
- Eliteweg: Grande école (ENS, ENA etc.)
- Studium (5. Jahr):
- DESS oder DEA. Letzteres dient auch zur Auswahl für eine eventuell sich anschließende Doktorarbeit (thèse)
Im Zuge der europaweiten Harmonisierung der Studienabschlüsse im Rahmen des Bologna-Prozess wird auch an französischen Hochschulen das System LMD eingeführt. LMD bedeutet, dass nacheinander die Licence bzw. Bachelor (nach 3 Jahren), der Master (nach 5 Jahren) und das Doktorat (nach 8 Jahren) erworben werden können. Die bisherigen nationalen Diplome (DEUG, Maîtrise, DEA/DESS) werden an manchen Universitäten übergangsweise noch bescheinigt, fallen ab Ende 2006 aber weg.
Siehe auch: Schulsystem in Frankreich, Liste der Bildungsminister von Frankreich, Liste der Universitäten in Frankreich, École Polytechnique (Paris), Kindergeld
Wirtschaft
Traditionell ist in Frankreich die Wirtschaftspolitik von vergleichsweise starken staatlichen Eingriffen gelenkt. Hier spielt die historische Rolle des Merkantilismus – im Speziellen des Colbertismus – im Land eine Rolle.
Frankreich ist eine gelenkte Volkswirtschaft, die in den letzten Jahren zunehmend dereguliert und privatisiert wurde. Die Schlüsselindustrien, besonders Energiewirtschaft, sind bislang unter staatlicher Kontrolle; Frankreich ist ein bedeutender Produzent von Atomstrom, und Deutschland sein wichtigster Kunde. In Frankreich wird ca. 80 Prozent der Elektrizität mit Atomkraftwerken produziert. Damit hat Frankreich neben Litauen momentan (Anfang 2005) den höchsten Prozentsatz an Atomstromproduktion der Welt. (Siehe auch: Liste der Kernkraftanlagen)
Wein steht in der französischen Ausfuhrliste an fünfter Stelle: nach Autos, Flugzeugen, pharmazeutischen Produkten und Elektronik. (Siehe auch: Weinbaugebiete in Frankreich)
- Tourismus (z. B. Logis de France)
Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg im 1. Quartal 2004 um 0,8 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Im 4. Quartal 2003 waren es 0,6 Prozentpunkte.
Die Erwerbstätigenstruktur hat sich gegenüber früher grundlegend gewandelt, so arbeiteten 2003 nur mehr 4 % der Erwerbstätigen in der Land- und Forstwirtschaft und Fischerei, in der Industrie waren es 24 %, wohingegen 72 % im Dienstleistungsbereich tätig waren.
Deutschland ist der wichtigste Handelspartner Frankreichs (2003): Es exportiert 14,9 % seines Exportvolumens nach Deutschland, das seinerseits am Import mit 19,1 % beteiligt ist.
Die Inflationsrate betrug 2,1 % (2004).
Die Arbeitslosenzahl belief sich im Januar 2005 auf 10 %, das sind 2.716.000 Erwerbslose.
Die größten französischen Unternehmen 2003 (ohne Banken und Versicherungen)
# Total – Umsatz 104,7 Mrd. € – 11.000 Beschäftigte
# Carrefour – Umsatz 70,5 Mrd. € – 419.000 Beschäftigte
# PSA Peugeot Citroën – Umsatz 54,2 Mrd. € – 200.000 Beschäftigte
# France Télécom – Umsatz 46,1 Mrd. € – 222.000 Beschäftigte
# EDF – Umsatz 44,9 Mrd. € – 167.000 Beschäftigte
# Suez – Umsatz 39,6 Mrd. € – 171.000 Beschäftigte
# Les Mousquetaires – Umsatz 38,4 Mrd. € – 112.000 Beschäftigte
# Renault – Umsatz 37,5 Mrd. € – 140.000 Beschäftigte
# Publicis Groupe – Umsatz 32,2 Mrd. € – 35.000 Beschäftigte
# Saint-Gobain – Umsatz 29,6 Mrd. € – 172.000 Beschäftigte
# Groupe Auchan – Umsatz 28,7 Mrd. € – 156.000 Beschäftigte
# Veolia Environnement – Umsatz 28,6 Mrd. € – 257.000 Beschäftigte
# Centres Leclerc – Umsatz 27,2 Mrd. € – 84.000 Beschäftigte
Kultur
Frankreich leitet seinen Rang in Europa und der Welt auch aus den Eigenheiten seiner Kultur ab, die sich insbesondere über die Sprache definiert (Sprachschutz- und -pflegegesetzgebung). In der Medienpolitik wird die eigene Kultur und Sprache durch Quoten für Filme und Musik gefördert. Frankreich verfolgt in der Europäischen Union, der UNESCO und der WTO mit Nachdruck seine Konzeption der Verteidigung der kulturellen Vielfalt („diversité culturelle“): Kultur ist keine Ware, die schrankenlos frei gehandelt werden kann.
Landesweite Pflege und Erhalt des reichen materiellen kulturellen Erbes wird als Aufgabe von nationalem Rang angesehen. Dieses Verständnis wird durch staatlich organisierte oder geförderte Maßnahmen, die zur Bildung eines nationalen kulturellen Bewusstseins beitragen, wirksam in die Öffentlichkeit transportiert. Im jährlichen Kulturkalender fest verankerte Tage des nationalen Erbes, der Musik oder des Kinos beispielsweise finden lebhaften Zuspruch in der Bevölkerung. Großzügig zugeschnittene kulturelle Veranstaltungen entsprechen dem Selbstverständnis Frankreichs als Kulturnation und von Paris als Kulturmetropole. Die Förderung eines kulturellen Profils der regionalen Zentren in der Provinz wird verstetigt.
Siehe auch: Liste französischer Schriftsteller, Liste französischer Komponisten, Burgen und Schlösser in Frankreich
Nationalparks
Die heutigen Nationalparks haben eine Gesamtfläche von 992.000 ha. Die Kernbereiche, die rund 371.000 ha ausmachen, stehen unter strengem Schutz.
Es gibt 30 regionale Naturparks, die eine Fläche von 5.020.000 ha haben.
- Naturreservat Cap Sizun
- Regionalpark Armorique
- Naturreservat Les Sept lles
- Naturreservat Cap Frehel
- Naturreservat Pointe d' Arcay
- Naturreservat Golfe du Morbihan
- Regionalpark Briere
- Naturreservat Baie de Bourgneuf
- Naturreservat St. Denis-du-Payre
- Naturreservat Baie de l' Aiguillon
- Naturreservat Banc d' Arguin
- Vogel-Naturreservat Marquenterre
- Naturreservat Vallee de La Grande Pierre et de Vitain
- Naturreservat Le Lac de La Foret d'Orient
- Pyrenäen -Nationalpark
- Regionalpark Vosges du Nord
- Regionalpark Volcans d'Auvergne
- Nationalpark Cevennen
- Naturreservat und Vogelschutzpark Villars-les-Dombes
- Regionalpark Pilat
- Regionalpark Vercors
- Naturreservat Aiguilles Rouges
- Naturreservat Marais du Bout du Lac d' Annecy
- Nationalpark Vanoise
- Nationalpark Ecrins
- Regionalpark Luberon
- Nationalpark Mercantour
- Naturreservat und Regionalpark Camargue
- Nationalpark Port-Cros
- Korsischer Regionalpark
- Scandola Naturreservat
- Korsischer Nationalpark
Sport
Die populärste Sportart Frankreichs ist der Fußball. Als identitätsstiftendes Band gerade zwischen den verschiedenen sozialen und ethnischen Gruppen Frankreichs gilt die französische Fußball-Nationalmannschaft, die so genannte équipe tricolore (siehe auch: Fußball in Frankreich). Aktuell stellt Lyon den französischen Fussballmeister.
Weitere populäre Sportarten sind der Radsport (insbesondere im Juli, während der dreiwöchigen Tour de France), Rugby, Leichtathletik, Formel 1 (Großer Preis von Frankreich in Magny Cours) und Tennis (French Open in Paris).
In Frankreich fanden bereits mehrmals Olympische Spiele statt: Sommerspiele 1900 und 1924 in Paris, Winterspiele in Chamonix 1924, Grenoble 1968 und Albertville 1992.
Siehe auch: Skigebiete in Frankreich
Medien
Die wichtigsten französischen Printmedien sind die nationalen Tageszeitungen:
- Le Monde und Libération (linksorientiert, Druckauflage 2003 ca. 500.000 bzw. 200.000 Exemplare)
- Le Figaro (konservativ, Auflage: 450.000 Exemplare)
- Les Echos, La Tribune (Wirtschaft, 180.000 bzw. 125.000 Exemplare)
- L'Humanité (kommunistisch, 74.000 Exemplare)
- La Croix (katholisch, 114.000 Exemplare)
- L'Equipe (Sport, 485.000 Exemplare und damit die meistgelesene Zeitung überhaupt mit sieben Lesern pro Ausgabe)
Die wichtigsten Nachrichtenmagazine in Frankreich:
- Le Nouvel Observateur (400.000 Exemplare)
- L'Express (400.000 Exemplare)
- Le Point (400.000 Exemplare)
- L'événement du Jeudi
Größte Regionalzeitung ist die Ouest France mit einer Druckauflage von 900.000 Exemplaren.
Bedeutend ist auch das jeweils mittwochs erscheinende Investigations- und Satireblatt Le Canard enchaîné mit einer Auflage von 550.000 Exemplaren.
Feiertage
Militär
Frankreich hat eine Berufsarmee mit 300.000 Soldaten.
Siehe auch
- Chronologie französischsprachiger Zeitungen und Zeitschriften
- Französische Küche
- Nachrichtendienste Frankreichs
- Liste bedeutender Franzosen
- Liste der Präsidenten Frankreichs
- Die schönsten Dörfer Frankreichs
- Weinbaugebiete in Frankreich
Literatur
- Alfred Pletsch: Länderkunde Frankreich. Darmstadt (Wissenschaftliche Buchgesellschaft), 2. Auflage 2003, ISBN 3534116917
- Wilfried Loth: Geschichte Frankreichs im 20. Jahrhundert. Frankfurt am Main, 1995 ISBN 3-596-10860-8
- Bernhard Schmidt, Jürgen Doll, Walther Fekl, Siegfried Loewe und Fritz Taubert: Frankreich-Lexikon. Schlüsselbegriffe zu Wirtschaft, Gesellschaft, Politik, Geschichte, Kultur, Presse- und Bildungswesen. 2. überarbeitete Auflage 2005, 1224 Seiten, ISBN 3-503-06184-3
- Ralf Nestmeyer: Französische Dichter und ihre Häuser. Insel Verlag, Frankfurt am Main 2005, ISBN 3-458-34793-3
Weblinks
20px Portal:Frankreich
- [http://www.diplomatie.gouv.fr/index.de.html Website des französischen Außenministeriums]
- [http://www.auswaertiges-amt.de/www/de/laenderinfos/laender/laender_ausgabe_html?type_id=14&land_id=46 Länder- und Reiseinformationen] des Auswärtigen Amtes
- [http://www.frankreich-forum.de/ Frankreich Forum]
- [http://www.lesvilles.de/ Lokalportal für alle französischen Regionen und Städte]
- [http://www.tu-dresden.de/sulcifra/romanistik/ Romanistik im Internet: Kultur, Literatur und Politik]
Kategorie:Staat
!Frankreich
Kategorie:Land in der EU
Kategorie:Mittelmeer
als:Frankreich
fiu-vro:Prantsusmaa
ja:フランス
ko:프랑스
ms:Perancis
simple:France
th:ประเทศฝรั่งเศส
zh-min-nan:Hoat-kok
JuristDeutschland
Als Juristen (lat. ius, Recht; Genitiv: iuris) bezeichnet man Akademiker, die ein Studium der Rechtswissenschaft mit dem 1. Staatsexamen (Erste Juristische Staatsprüfung) und einen Vorbereitungsdienst mit dem 2. Staatsexamen oder eine vergleichbare juristische Ausbildung (z.B. Große Staatsprüfung) erfolgreich abgeschlossen haben. Die Bezeichnungen "Jurist" (ohne Zusatz) oder "Volljurist" sind weder geschützte Berufsbezeichnungen noch akademische Grade. Dass die Bezeichnung als Jurist zwei Staatsprüfungen voraussetzt, ergibt sich bereits aus den Bezeichnungen der Ausbildungsgesetze der Bundesländer, in denen für eine vollständige Juristenausbildung stets zwei Staatsprüfungen vorgesehen sind. Juristen, die das erste Staatsexamen bestanden haben, dürfen sich in manchen Bundesländern Jurist (univ.) oder auch Referendar nennen (befinden sie sich im juristischen Vorbereitungsdienst (Referendariat), ist die Dienstbezeichnung Rechtsreferendar). Verbreitet ist auch noch die prüfungsamtliche Bezeichnung als "geprüfter Rechtskandidat". Berufe der Juristen sind Wissenschaftler, Rechtsanwalt (auch als Syndikus oder Strafverteidiger), Richter, Staatsanwalt, höherer Verwaltungsbeamter und Sachverständiger (z.B. Gutachter oder Berater in der Legislative).
An manchen Universitäten ist eine Diplomierung zum Diplom-Juristen bzw. die Verleihung eines Magistergrades möglich. Diese beiden Möglichkeiten sind üblicherweise für Absolventen des 1. Staatsexamens gedacht, die auf die Ableistungs des Vorbereitungsdienstes und der 2 Staatsprüfung verzichten, um in Wirtschaftsunternehmen zu arbeiten. Sie hätten ohne Magister oder Diplom, im Gegensatz zu anderen Hochschulabsolventen mit rechtswissenschaftlichen Schwerpunkt, trotz ihres Universitätsabschlusses, keinen akademischen Grad. Die Diplomierung kann an einigen Hochschulen auch als Nachdiplomierung nachgeholt werden. Als erster bayerischer Diplom-Jurist gilt Christian Bewart, der auf Einführung des akademischen Grades an der Universität Augsburg geklagt hatte. Neuerdings werden auch reine Diplomstudiengänge sowie Bachelor-, Master- und Magisterstudiengänge der Rechtswissenschaft angeboten. An den Universitäten Bayreuth und Osnabrück werden zudem Zusatzausbildungen in Ökonomie angeboten; Absolventen des 1. Staatsexamens, die diese Zusatzausbildung abgeschlossen haben werden zu Diplom-Wirtschaftsjuristen graduiert.
Fachhochschulen bilden seit einigen Jahren Sozial- und Wirtschaftsjuristen aus. Absolventen dieses Hochschulstudiums konkurrieren auf dem Arbeitsmarkt insbesondere mit Diplom-Juristen, also Universitätsabsolventen der Rechtswissenschafte mit 1. Staatsexamen, da die rechtsberatenden Berufe beiden Gruppen verschlossen bleiben.
Im Zuge des Bologna-Prozesses, der Vereinheitlichung von Studienabschlüssen in Europa, ist geplant, die Staatsexamen als Abschluss des Hochschulstudiums zum Jahr 2010 abzuschaffen und auf die konsekutiven Bachelor- Masterabschlüsse umzustellen. Kritiker bezweifeln allerdings, ob ein Masterabschluss die gleiche Qualifikation sichert wie das erste Staatsexamen.
Juristenausbildung
Während in der Universitätszeit mehr das theoretische juristische Wissen und das wissenschaftliche Lernen im Vordergrund stehen, stellt die Referendarzeit vorrangig auf eine praktische Anwendung dieses Wissens ab. Die für die Juristenausbildung zuständigen Landesjustizministerien erarbeiten seit geraumer Zeit Reform[[en, die zu einer sinnvollen frühzeitigen [[Verknüpfung]] beider Ausbildungsteile führen sollen, und die es dem angehenden Juristen auch ermöglichen sollen, sich schon zu Anfang seiner [[Ausbildung auf bestimmte Fachgebiete zu spezialisieren. Dabei wird in neuerer Zeit versucht, die Orientierung des praktischen Ausbildungsabschnitts am Richterberuf aufzugeben und die Ausbildung stärker am Beruf des Rechtsanwaltes auszurichten, weil die meisten Volljuristen diese Tätigkeit ergreifen.
Die Rechtsanwaltskammern wirken an der Ausbildung der Referendare insbesondere durch Hinweise auf Arbeitsgemeinschaftsleiter und Prüfer mit. Der Deutsche Anwaltverein hält das derzeitige Referendariat für dringend reformbedürftig und hat – insbesondere mit Blick auf die europäischen Nachbarländer – ein Modell einer berufsbezogenen [http://www.anwaltverein.de/anwaltausbildung/modell.pdf Spartenausbildung] entwickelt. Für Referendarinnen und Referendare, die sich während des Vorbereitungsdienstes auf den Anwaltsberuf vorbereiten möchten, bietet er mit der [http://www.dav-anwaltausbildung.de DAV-Anwaltausbildung] ein eigenes Ausbildungsmodell.
Wirkung der Staatsprüfungen
Durch die Ablegung der zwei Staatsprüfungen wird gemäß Abs. 1 DRiG die Befähigung zum Richteramt und die Befähigung zum höheren allgemeinen Verwaltungsdienst erworben, die eine notwendige Voraussetzung unter anderem für den Beruf des Rechtsanwaltes und des Notars sowie für eine juristische Tätigkeit im Staatsdienst als Richter (in verschiedenen Gerichtszweigen), Staatsanwalt oder höherer Verwaltungsbeamter ist.
Rechtsberatung und "Juristendeutsch"
In den meisten Ländern ist eine verbindliche Rechtsberatung dem Volljuristen bzw. dem Rechtsanwalt, dem Patentanwalt, auf dem Gebiet des gewerblichen Rechtsschutzes, sowie Rechtsbeiständen bzw. Prozessagenten vorbehalten. Dies ist erforderlich, um den Bürger vor nicht hinreichend kundigen "Rechtsberatern" zu schützen.
Außer der Rechtsberatung ist Rechtsanwälten, Patentanwälten, vor bestimmten Gerichten, sowie Rechtsbeiständen bzw. Prozessagenten die Vertretung vor Gericht ausschließlich vorbehalten, soweit Anwaltszwang besteht. Anderen Personen, die geschäftsmäßig Rechtsangelegenheiten wahrnehmen, ist das Auftreten vor Gericht grundsätzlich untersagt.
Die Notwendigkeit, sich bei Rechtssachen exakt und möglichst unzweideutig auszudrücken, hat zu einer sehr ausgeprägten Fachsprache der Juristen geführt. Sie wird umgangssprachlich oft "Juristendeutsch" bzw. "Juristenlatein" genannt. Manche Politiker versuchen dem gegenzusteuern, indem Gesetzestexte auf ihre allgemeine Verständlichkeit durchforstet werden.
Juristen im Dritten Reich
Die Rolle der Juristen im Dritten Reich wurde bisher nicht ausreichend aufgearbeitet. Prozesse zur Aufarbeitung von Unrecht sind häufig am Widerstand der deutschen Nachkriegsjustiz gescheitert.
Die meisten Juristen wurden weiter in den Staatsdienst übernommen und nicht selten etwa wurden die einstigen verantwortlichen Juristen im Dritten Reich später in den 50er Jahren (zumindest in Westdeutschland) in höhere Position versetzt, die es ihnen erlaubten, das eigene Unrecht der Juristen im Dritten zu vertuschen oder etwa strafrechtliche Ermittlungen über den Dienstweg zu beeinflussen oder gar zu verhindern.
In den letzten Jahren ist die Anzahl der Forschungsprojekte, die sich mit der NS-Justiz und mit der Aufarbeitung der Kriegsverbrecherprozesse befassen aber in Deutschland gestiegen.
Österreich
Als Juristen bezeichnet man jemanden, der das Diplom-Studium der Rechtswissenschaften mit der 2. Diplomprüfung abschließt und der
daraufhin von der Universität den akademischen Grad eines
"Magister iuris" bzw. einer "Magistra iuris" verliehen bekommt. An die universitäre Ausbildung schließt dann das Gerichtsjahr an, in dem praktische Kenntnisse vermittelt werden.
Schweiz
In der Schweiz versteht man unter einem Juristen grundsätzlich einen Akademiker, der an einer Universität das Studium der Rechtswissenschaften mit dem Lizentiat (normalerweise lic. iur.) oder einem gleichwertigen Master (beispielsweise MLaw, Master of Law) erfolgreich abgeschlossen hat. Seit der Bologna-Reform gibt es den ersten Juristischen Abschluss Bachelor (BLaw), der in der Regel nach 3 Studienjahren verleihen wird. Jurist ist allerdings keine geschützte Berufsbezeichnung und auch kein akademischer Grad.
Als Juristen im engeren Sinn gelten in der Schweiz häufig Rechtsanwälte. Akademiker mit einem juristischen Abschluss werden nach einem einjährigen Praktikum im Rechtsbereich (Anwaltskanzlei, Gericht usw.) zur Anwaltsprüfung zugelassen, welche aus einem mündlichen und einem schriftlichen Teil besteht. Nach erfolgreicher Prüfung darf man sich Rechtsanwalt nennen (kurz RA) und exklusiv im rechtsanwaltlichen Monopolbereich vor Gerichten wirken. Es ist jedoch zu bemerken, dass aufgrund des föderalistischen Systems der Schweiz die Ausbildung nach abgeschlossenem Studium unterschiedlich lange dauern kann. Im Kanton Solothurn dauert das Praktikum für Rechtsanwälte 12, im Kanton Bern gar 18 Monate. Zudem verlangen die Kantone unterschiedliche Grundausbildungen der Universitäten. Wer z. B. in der Uni Freiburg im Üechtland sein Studium abgeschlossen hat, bedarf u. a. zusätzlicher Ausbildungen im Bereich der Gerichtsmedizin. Auf gesetzlicher Grundlage wurde die kantonale Legitimation der Rechtsanwälte aufgehoben und analog dem Binnenmarktgesetz die Ausübung des Berufes im gesamten Gebiet der Schweiz ermöglicht. Das Monopol, im Bereich der Gerichte zu wirken, ist in wenigen Kantonen gelockert. Dort können in den bürgerlichen Ehren stehende, mündige und urteilsfähige Personen vorbehaltlich gesetzlicher Einschränkungen andere vor Gericht vertreten.
Die grösste juristische Fakultät der Schweiz ist an der Universität Zürich zu finden. Die Rechtswissenschaftliche Fakultät wird auf das Wintersemester 2006/07 das European Credit
Transfer System (ECTS) sowie gestufte Studiengänge (Bachelor/Master) nach dem Bologna-
Modell einführen.[http://www.ius.unizh.ch/ Webseite der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität Zürich] [http://www.rwi.unizh.ch Webseite des Rechtswissenschaftlichen Instituts der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität Zürich]
Baltikum
Im Baltikum versteht man unter einem Juristen grundsätzlich einen Akademiker, der an einer Universität das Studium der Rechtswissenschaften mit dem Magister (normalerweise M. A.) oder einem gleichwertigen Master (beispielsweise MLaw, Master of Law, LL.M., Aufbaustudium) erfolgreich abgeschlossen hat.
Seit der Bologna-Reform gibt es den ersten Juristischen Abschluss Bachelor (BLaw, B. A.), der in der Regel nach 4 Studienjahren verleihen wird. Jurist ist allerdings keine geschützte Berufsbezeichnung und auch kein akademischer Grad.
Als Juristen im engeren Sinn gelten in der Schweiz häufig Rechtsanwälte. Akademiker mit einem juristischen Abschluss werden nach einem 1 bis 5 jährigen Praktikum in der (Anwaltskanzlei) zur Anwaltsprüfung zugelassen, welche aus einem mündlichen und einem schriftlichen Teil bestehen kann.
Nach erfolgreicher Prüfung darf man sich Rechtsanwalt nennen (Advokat, kurz adv.) und vor Gerichten wirken. Es ist jedoch zu bemerken, dass aufgrund der verschiedenen Rechtssysteme der Baltischen Staaten die Ausbildung nach abgeschlossenem Studium unterschiedlich lange dauern kann.
Die grösste juristische Fakultät im Baltikum ist an der Universität Vilnius zu finden. Die Rechtswissenschaftliche Fakultät wird auf das Wintersemester 2006/07 gestufte Studiengänge (Bachelor/Master) nach dem Bologna-Modell einführen.
das European Credit Transfer System (ECTS) ist an allen Baltischen Universitäten eingeführt. Die Austauschprogramme zwischen deutschen und baltischen Juristischen Fakultäten werden schon vor dem Beitritt zur EU durchgeführt.
[http://www.tf.vu.lt/ Webseite der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität Vilnius]
Literatur
- Redaktion Kritische Justiz (Hg.), Streitbare Juristen, Baden-Baden
1988
Siehe auch
- Rechtssekretär
- Critical legal studies
- Gerichtsverfahren
- Juristen böse Christen
- Rechtsgeschichte
- Rechtssoziologie
Weblinks
- [http://www.jurawiki.de/DiplomJurist JuraWiki.de: DiplomJurist]
- [http://www.jurawiki.de/RechtsberatungsGesetz JuraWiki.de: Rechtsberatungsgesetz (RBerG)]
Kategorie:Dienstleistungsberuf
ja:法学者
17. AugustDer 17. August ist der 229. Tag des Gregorianischen Kalenders (der 230. in Schaltjahren) – somit bleiben noch 136 Tage bis zum Jahresende.
Ereignisse
- 1579: Gründung der heutigen Hauptstadt Real de Minas de Tegucigalpa (kurz: Tegucigalpa) in Honduras.
- 1648: Englischer Bürgerkrieg: Schlacht bei Preston
- 1740: Benedikt XIV. wird zum Papst gewählt.
- 1852: Beschluss zur Gründung des Germanischen Nationalmuseums, des „größten Museums deutscher Kunst und Kultur“, in Nürnberg
- 1896: In London wird Bridget Driscoll das erste Todesopfer in einem Verkehrsunfall, an dem ein Automobil beteiligt ist.
- 1942: Der erste amerikanischer Luftangriff im 2. Weltkrieg in Europa
- 1943: Die USAAF erleidet bei der Operation Double Strike schwere Verluste
- 1945: Indonesien wird unabhängig.
- 1956: Das Bundesverfassungsgericht verbietet die KPD.
- 1960: Die Republik Gabun erhält ihre Unabhängigkeit von Frankreich.
- 1962: Im Todesstreifen der Berliner Mauer verblutet Peter Fechter.
- 1978: Nach 137 Stunden und 5781 km landen die drei US-Amerikaner Ben Abruzzo, Maxie Anderson und Larry Newman nach der ersten Überquerung des Atlantischen Ozeans in einem Ballon bei Evreux in der Nähe von Paris.
- 1982: Die Plattenfirma PolyGram stellt die ersten Audio-CDs vor: Walzer von Frederic Chopin, gespielt von Claudio Arrau, sowie das Album The Visitors der Musikgruppe ABBA.
- 1993: Turkmenistan wird Mitglied in der UNESCO.
- 2000: Die Versteigerung der deutschen UMTS-Lizenzen wird mit einem Rekordergebnis von 98,8 Milliarden D-Mark abgeschlossen.
Kultur
- 1772: Uraufführung der komischen Oper Der Krieg von Johann Adam Hiller in Berlin.
- 1953: Uraufführung der Oper Der Prozeß von Gottfried von Einem bei den Salzburger Festspielen.
- 1954: Uraufführung der Oper Penelope von Rolf Liebermann bei den Salzburger Festspielen.
Katastrophen
- 1999: Erdbeben der Stärke 7,6 im Nordwesten der Türkei mit dem Epizentrum Nahe der Stadt İzmit, ca. 18.000 Tote und 44.000 Verletzte
Sport
- Einträge im Bereich Formel 1 siehe Formel 1.
- Einträge von Leichtathletik-Weltrekorden siehe unten der jeweiligen Disziplin unter Leichtathletik.
Geboren
- 1153: Heinrich II., Herzog von Anjou und König von England (1154: 1189)
- 1578: Francesco Albani, italienischer Maler
- 1586: Johann Valentin Andreae, deutscher Schriftsteller
- 1601: Pierre de Fermat, französischer Jurist und Mathematiker
- 1603: Lennart Torstensson, schwedischer Feldmarschall, Reichsrat und Generalgouverneur Lennart Torstensson
- 1629: Johann III., König von Polen
- 1700: Clemens August I. von Bayern, Kurfürst und Erzbischof von Köln
- 1768: Louis-Charles-Antoine Desaix, französischer General
- 1769: Peter Alois Gratz, katholischer Bibelwissenschaftler
- 1780: Ignaz Paul Vitalis Troxler, schweizer Arzt, Politiker und Philosoph
- 1801: Fredrika Bremer, schwedische Schriftstellerin, Führerin der schwedischen Frauenbewegung
- 1816: Benjamin Bilse, deutscher Kapellmeister und Komponist
- 1830: Richard Volkmann, deutscher Chirurg
- 1837: Heinrich Hansjakob, badischer Volksschriftssteller
- 1839: Matthijs Maris, niederländischer Maler
- 1843: Mariano Rampolla del Tindaro, Kardinalstaatssekretär unter Papst Leo XIII.
- 1844: Menilek II., Kaiser von Äthiopien
- 1882: Samuel Goldwyn, US-amerikanischer Filmproduzent
- 1887: Karl I., Kaiser von Österreich und König von Ungarn
- 1887: Egon Lustgarten, österreichischer Dirigent und Komponist
- 1892: Mae West, US-amerikanische Schauspielerin
- 1894: Otto Suhr, deutscher Politiker SPD, Regierender Bürgermeister von Berlin
- 1895: Caroline Haslett, englische Ingenieurin
- 1896: Lotte Jacobi, US-amerikanische Fotografin
- 1905: Jorge Urrutia Blondel, chilenischer Komponist
- 1906: Marcello Caetano, letzter Diktator Portugals
- 1907: Roger Peyrefitte, französischer Schriftsteller
- 1911: Michail Botwinnik, russischer Schachspieler
- 1913: Oscar Galvez, argentinischer Rennfahrer
- 1920: Maureen O'Hara, irische Schauspielerin
- 1921: Walter Koschatzky, österreichischer Kunsthistoriker
- 1926: Jiang Zemin, chinesischer Politiker und Parteichef
- 1929: Francis Gary Powers, amerikanischer U-2-Pilot
- 1931: Topsy Küppers, österreichische Schauspielerin und Sängerin
- 1932: V. S. Naipaul, westindischer Schriftsteller
- 1933: Tom Courtney, US-amerikanischer Leichtathlet und Olympiasieger
- 1939: Luther Allison, US-amerikanischer Musiker
- 1939: Ed Sanders, US-amerikanischer Musiker und Sänger
- 1941: Werner Edelmann, schweizerischer Unternehmer
- 1941: Lothar Bisky, Parteivorsitzender der PDS
- 1941: Fritz Wepper, deutscher Schauspieler
- 1941: Ibrahim Babangida, ehem. Präsident von Nigeria
- 1943: Robert De Niro, US-amerikanischer Schauspieler
- 1944: Rexhep Mejdani, albanischer Staatspräsident
- 1946: Marion Maerz, deutsche Schlagersängerin
- 1946: Bernd Noske, deutscher Musiker und Sänger
- 1946: Helmut Pechlaner, österreichischer Zoologe
- 1947: Gary Tally, US-amerikanischer Musiker
- 1949: Sib Hashian, US-amerikanischer Musiker
- 1949: Edgar Schneider, deutscher Fußballspieler
- 1950: Christian Kohlund, schweizer Schauspieler
- 1951: Steve Price, US-amerikanischer Musiker
- 1952: Heiner Goebbels, deutscher Komponist
- 1952: Nelson Piquet, brasilianischer Autorennfahrer
- 1952: Guillermo Vilas, argentinischer Tennisspieler
- 1953: Manfred Kolbe, sächsischer Politiker CDU, MdB
- 1953: Herta Müller, deutsche Schriftstellerin
- 1954: Ingrid Daubechies, belgische Professorin der Physik
- 1955: Kevin Welch, US-amerikanischer Country-Sänger und Songschreiber
- 1957: Robin Cousins, britischer Eiskunstläufer und Olympiasieger
- 1957: Ralf Richter, deutscher Schauspieler
- 1958: Belinda Carlisle, US-amerikanische Sängerin und Songschreiberin
- 1960: Sean Penn, US-amerikanischer Schauspieler
- 1966: Rodney Mullen, Skateboarder, 22facher Freestyle-Weltmeister
- 1967: Michael Preetz, deutscher Fußballspieler
- 1968: Anja Fichtel-Mauritz, deutsche Florettfechterin
- 1976: Olena Krassowska, ukrainische Leichtathletin und Olympiateilnehmerin
- 1977: Thierry Henry, französischer Fußballspieler
- 1977: Tarja Turunen, finnische Musikerin
Gestorben
- 310: Eusebius, Papst
- 1030: Ernst II., Herzog von Schwaben
- 1304: Go-Fukakusa, 89. Kaiser von Japan
- 1547: Katharina von Zimmern, letzte Äbtissin des Fraumünsterklosters in Zürich
- 1640: Wilhelm Kettler, Herzog von Kurland
- 1673: Reinier De Graaf, niederländischer Arzt und Forscher
- 1676: Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen, deutscher Schriftsteller
- 1681: Nikon (Patriarch)], russischer Patriarch
- 1720: Anne Dacier, französische Schriftstellerin Anne Dacier
- 1731: Johann Augustin Kobelius, Komponist, Hofmusiker und Kapelldirektor
- 1786: Friedrich der Große, König von Preußen
- 1799: Christian Heinrich Spieß, Schriftsteller auf dem Gebiet des Trivialromans
- 1807: Johannes Nikolaus Tetens, Philosoph
- 1836: | | |